Buddhas, Tempel und roter Ahorn im Seoraksan-Nationalpark

Unser heutiges Ziel ist der Seoraksan Nationalpark. Wir begeben uns zur Bushaltestelle die man uns gestern genannt hat. Wir warten etwas mehr als 15 Minuten, da kommt ein Bus mit der Nummer 7-1 angebraust. Noch bevor der Bus ganz gehalten hat, öffnen sich die Türen. Wir steigen ein und der Fahrer fragt mich wo wir hin wollen. Ich teile ihm mit, dass wir in den Seroaksan Nationalpark möchten, da schüttelt er nur den Kopf und meint lächelnde, dass wir uns auf der falschen Strassenseite befinden…
Ok, wir wechseln die Strassenseite und finden schnell die Bushaltestelle an der die Busse in der anderen Richtung halten. Auf dem aufgehängten Fahrplan können wir lesen, dass wir soeben einen Bus verpasst haben und der nächste in 35 Minuten fährt. Mit diesem Stadtbus fahren wir fast eine Stunde quer durch die Stadt und hinein in ein wunderschönes, mit dichtem Wald bewachsenes Tal. Für diese Fahrt haben wir 3’260 Won (3.- Sfr) bezahlt und das für 2 Erwachsene und 2 Kinder.

Und wieder einmal sind wir froh nicht in der Hauptsaison hier zu sein. Nur schon der Anblick der riesigen, zur Zeit leeren Auto- und Busparkplätze jagt uns einen kalten Schauer den Rücken hinunter. Mit dem Bus fahren wir direkt vor den Parkeingang, welcher durch ein ca. 25 m hohes und 35 m breites, bunt bemaltes Tor begrenzt wird. Gleich hinter dem Tor bezahlen wir den Eintritt von 8’000 Won (6.50 Sfr – für 2 Erwachsene und 2 Kinder) und befinden uns im Seoraksan-Nationalpark. Wir laufen zuerst durch eine grosse Parkanlage, welche von vielen Restaurants und Souvenierläden gesäumt ist. Schon hier entdecken wir die ersten rot gefärbten Ahornbäume. Diese befinden sich aber zum Grossteil ein paar Höhenmeter über uns an den steilen Berghängen. Vorbei an diversen Kriegsdenkmäler, Pagoden, Essenständen und Kragenbär-Statuen (das ist das Wappentier des Parkes) spazieren wir in Richtung der Seilbahntalstation. Diese lassen wir links liegen und schreiten durch ein weiteres Tempeltor, welches in leuchtenden Farben bemalt und mit eindrücklichen Drachenköpfen geschmückt ist.
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Kaum haben wir das Tor durchschritten fällt unser Blick auf eine fast 20 m hohe Statue eines sitzenden Buddhas. Er befindet sich zwischen traditionellen Holztempeln mit ihren geschwungenen Dächern und den bewaldeten Berghängen des Nationalparkes. Auf der Stirn des Buddha glitztert ein grosser Diamant im Sonnenlicht. Um den Buddha vollständig zu sehen, laufen wir um ihn herum. Auf seiner Hinterseite befindet sich ein Abgang und da die Türe dazu offen steht lassen wir uns die Chance natürlich nicht entgehen und schauen nach was sich dort unten befindet. Wir kommen zu einem Tempelraum, der sich direkt unter der Buddha-Statue befindet. Und dort ist gerade ein Mönch dabei mit melodiösen Gesang zu beten. An der Decke des Altarraumes hängen hunderte von Lampions, welche ca. 10 cm Durchmesser haben und in dessen Mittelpunkt sich ein ca. 15 cm langer Papierstreifen befindet auf dem die Wünsche der Bittsteller auf koreanisch geschrieben stehen. Am Rand des Raumes stehen drei vergoldete Buddhastatuen, welche unglaublich viele Arme haben. Ausserdem befinden sich noch viele andere, meist goldene Figuren auf dem Altar und zusammen mit den Lampions und den in starken Farben gemalten Bildern an den Wänden ist der Anblick dieses Tempels für uns sehr eindrücklich.
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Aber nun ist es soweit, wir haben den Startpunkt für unsere Wanderung erreicht. Zuerst führt der geteerte Wanderweg an einem fast ausgetrockneten, mit grossen, abgeschliffenen, weissen Felsblöcken gefüllten Flussbett entlang. Sind es am Anfang vor allem Pinien, welche am Wegrand stehen, werden diese schon bald durch Ahornbäume abgelöst. Aber hier unten sind die Blätter der Ahornbäume hier noch zum grossen Teil grün.
Während wir mit unseren Turnschuhen und Tagesrucksäcken unterwegs sind, könnten unsere koreanischen Mitwanderer nicht unterschiedlicher gekleidet sein. Die Einen laufen herum, als ob sie direkt aus dem Bett, die Anderen von einer Mt. Everest Expedition kommen. Aber wir sind beeindruckt von der guten, farbenfrohen Outdoorbekleidung mit welcher die Koreaner in den Bergen unterwegs sind. Überhaupt scheint das Wandern ein weitverbreitetes Hobby zu sein, denn wir treffen Menschen aller Altersgruppen an. Auffällig für uns ist, dass es sehr viele Frauengruppen gibt, welche gemeinsam unterwegs sind. Hier im Seoraksan-Nationalpark entdecken wir zudem, an einer der mehrere hundert Meter hohen, senkrechten Felswand eine Zweierseilschaft, die sich ihren Weg durch eine der gigantischen Wände sucht – bei diesem Anblick sind wir froh einen so guten Weg unter den Füssen zu haben.

Während sich die Einen mit Top-Ausrüstung im stelen Fels vergnügen...

Während sich die Einen mit Top-Ausrüstung im stelen Fels vergnügen…


...tragen andere den Abfall zu Fuss aus dem Park

…tragen andere den Abfall zu Fuss aus dem Park

Nachdem wir die ersten Kilometer meist auf guten, flachen Wegen zurückgelegt haben, ändert sich das abrupt nachdem wir eine alte Stahlbrücke überquert haben. Nun führt der schmale Weg über Felsstufen steil hinauf. Der Wald um uns herum besteht nun fast ausschliesslich aus Ahornbäumen und diese Blätter sind bereits in den verschiedensten Rottönen verfärbt. Begleitet werden wir immer wieder von kleinen Streifenhörnchen bei denen man merkt, dass sie sich gut an Touristen gewöhnt haben, denn sie haben keine Angst und sie lassen sich durch uns bei ihrer Futtersuche nicht stören.
Der Weg führt uns immer höher hinauf und die Aussicht auf die umliegenden, steilen Berghänge ist wirklich beeindruckend. Nach einer kurzen Rast lichtet sich der Wald und nun laufen wir auf steilen, sich an den senkrechten Felsen schmiegende Stahltreppen hinauf zu einer Tempelhöhle, welche sich in einer der senkrechten Felswände versteckt. Dort oben in schwindelerregender Höhe, befindet sich sogar ein buddistischer Tempel. Im Sommer und Winter ist die Höhle von einem Mönch bewohnt. Der Mönch, welcher gerade in der Höhle ist teilt uns mit, dass er jeweils drei bis fünf Nächte hier oben, in einem ganz kleinen Schlafraum, der sich direkt über der senkrechten Felswand befindet, übernachtet. Aber auch in dieser Zeit läuft er mindestens einmal hinunter ins Tal und wieder zurück.
Der Ausblick von der Höhle ist atembreraubend. Ich denke eine Nacht hier oben wäre sicher ein Erlebnis, aber immer wieder für drei oder fünf Tage und das sogar im Winter, dass ist definitiv nichts für mich.
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Je höher wir steigen desto intensiver werden die Farben der Blätter

Je höher wir steigen desto intensiver werden die Farben der Blätter


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Die Streifenhörnchen sind unsere treuen Begleiter

Die Streifenhörnchen sind unsere treuen Begleiter



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Dieser eindrückliche Altar erwartet uns in der Einsiedler-Höhle hoch oben in der senkrechten Felswand

Dieser eindrückliche Altar erwartet uns in der Einsiedler-Höhle hoch oben in der senkrechten Felswand


Kein schlechter Platz - bei schönem Wetter...

Kein schlechter Platz – bei schönem Wetter…


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Wir geniessen auch unseren Rückweg und machen viele Pausen am Fluss, wo unsere Kinder nicht müde werden das wenige Wasser, das noch fliesst, zu stauen oder wie wild über die grossen Felsen zu springen. Auf jeden Fall sind beide ziemlich müde als wir uns am Parkausgang in unseren Bus setzen, der uns wieder zurück ins geschäftige Treiben von Sokcho bringt.

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2 Kommentare zu “Buddhas, Tempel und roter Ahorn im Seoraksan-Nationalpark

  1. Roland

    Hallo Zusammen und einen schoenen guten Morgen. Wie immer ist es spanned von eurer Reise zu lesen und die tollen Bilder zu geniessen.
    Wir wuenschen euch weiterhin alles gute.
    Die Toesstaler

  2. KaReYaNi

    Hallo liebe Weltenbummler

    Auch bei uns verfärben sich die Blätter und die Buchenwälder leuchten goldgelb. Danke für die Reiseberichte. Schön dass ihr euch dafür soviel Zeit nehmt. Vielen Dank und herzliche Grüsse.
    Geniesst diese Reise!

    KaReYaNi

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