{"id":1512,"date":"2015-11-25T10:49:55","date_gmt":"2015-11-25T09:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/?p=1512"},"modified":"2015-11-25T14:22:04","modified_gmt":"2015-11-25T13:22:04","slug":"fahrleitungsbruch-im-hochgeschwindigkeitszug-von-shanghai-nach-chengdu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/?p=1512","title":{"rendered":"Fahrleitungsbruch im Hochgeschwindigkeitszug von Shanghai nach Chengdu"},"content":{"rendered":"<p>Unser heutiges Ziel: 2&#8217;078km mit dem Zug zur\u00fcckzulegen. So lange ist n\u00e4mlich die Zugsstrecke von Shanghai nach Chengdu und mit einem der Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge, die meistens mit etwas mehr als 300 km\/h unterwegs sind, wird diese Distanz in knapp 15 h zur\u00fcckgelegt. Zum Vergleich ben\u00f6tigt ein herk\u00f6mlicher Zug f\u00fcr die selbe Strecke zwischen 31 und 37 Stunden. Es gibt lediglich zwei Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge pro Tag. Der Eine verl\u00e4sst Shanghai um 06:09, der Andere um 06:38 &#8211; wir nehmen den fr\u00fcheren und da man den Reisenden aufgrund der Sicherheitschecks und den riesigen Bahnhofgeb\u00e4uden empfiehlt etwa eine Stunde vor Abfahrt am Bahnhof zu sein, m\u00fcssen wir bereits um 04:30 aufzustehen.<\/p>\n<p>Es hat fast kein Verkehr auf den Strassen und das ist auch gut so. So m\u00fcssen wir nur den diversen, unbeleuchteten Putzequipen die die Strassen von Hand auf Hochglanz bringen ausweichen. Unser Taxifahrer f\u00e4hrt sehr angenehm und so k\u00f6nnen wir diese Fahrt, die fast nur \u00fcber Stadtautobahnen f\u00fchrt richtig geniessen, obwohl wir einfach dort fahren wo es gerade freien Platz hat. Anscheinend kommt es in China nicht darauf an auf welcher Seite man ein anderes Fahrzeug \u00fcberholt. Unser Taxi \u00fcberholt sowohl rechts wie auch links und st\u00f6ren tut es niemanden. Die Fahrt im Taxi dauert eine knappe halbe Stunde und kostet 54 Yuan (9.- Sfr).<\/p>\n<p>Nach der Sicherheitskontrolle laufen wir durch die Bahnhofhalle, die eine Grundfl\u00e4che von zwei bis drei Fussballfelder besitzt. Es ist wirklich gut, dass wir so fr\u00fch sind, denn so bleibt uns immer noch gen\u00fcgend Zeit zum richtigen Gate zu laufen. Dort stehen bereits einige Reisende an. Wieso das verstehen wir auch nicht, denn die Sitzpl\u00e4tze sind ja reserviert und darum setzen wir uns auf die B\u00e4nke und warten bis wir auf den Perron gelassen werden. Ich versuche Kaffee zu kaufen und laufe kreuz und quer durch die riesengrosse Halle. Aber alle Restaurant die offen sind, bieten nur chinesisches Essen an und die Restaurants mit Kaffee machen erst um 06:30 auf &#8211; aber dann sitzen wir bereits im Zug.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-001-DSC086701158431353.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-001-DSC086701158431353.jpg\" alt=\"tmp_7753-001-DSC086701158431353\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1516\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-001-DSC086701158431353.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-001-DSC086701158431353-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-001-DSC086701158431353-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-002-DSC08667452645127.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-002-DSC08667452645127.jpg\" alt=\"tmp_7753-002-DSC08667452645127\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1518\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-002-DSC08667452645127.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-002-DSC08667452645127-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-002-DSC08667452645127-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-003-DSC08678-1486521899.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-003-DSC08678-1486521899.jpg\" alt=\"tmp_7753-003-DSC08678-1486521899\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1519\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-003-DSC08678-1486521899.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-003-DSC08678-1486521899-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-003-DSC08678-1486521899-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<div id=\"attachment_1520\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-004-DSC08675-297203586.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1520\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-004-DSC08675-297203586.jpg\" alt=\"Blinkendes Kinderspielzeug wird den Reisenden sogar hier angeboten, doch interessieren tut es niemanden\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"size-full wp-image-1520\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-004-DSC08675-297203586.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-004-DSC08675-297203586-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-004-DSC08675-297203586-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1520\" class=\"wp-caption-text\">Blinkendes Kinderspielzeug wird den Reisenden sogar hier angeboten, doch interessieren tut es niemanden<\/p><\/div><br \/>\n<\/p>\n<p>So gehen wir halt ohne Kaffee und Br\u00f6tchen zu unserem Wagen und dort f\u00e4llt uns ein riesiger Stein vom Herzen. Denn unser Zug ist nicht von der gleichen Bauart wie es der letzte war und so haben wir auch in der Sitzreihe 1 auf beiden Seiten ein Fenster und eine gute Sicht nach draussen&#8230;.;-)<\/p>\n<p>Es ist bereits hell als wir aus dem Bahnhof von Shanghai fahren. Die Kunstbauten, welche f\u00fcr diese Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge gebaut wurden sind enorm. Die Linien f\u00fchren \u00fcber riesige Br\u00fccken welche daf\u00fcr sorgen, dass sich die Linien ausserhalb eines Bahnhofes nie kreuzen. W\u00e4hrend hinter uns die Sonne langsam aufgeht fahren wir, bereits mit 250 km\/h durch die Vororte Shanghais. Es wird erst l\u00e4ndlicher als wir den Jiangtse Jiang \u00fcberquert haben und uns Hefei n\u00e4hern.<\/p>\n<p>Das Wetter ist den ganzen Morgen \u00fcber gleich. Hochnebel liegt \u00fcber dem flachen Land, das von vielen kleineren und gr\u00f6sseren Fl\u00fcssen durchzogen ist. Wir fahren \u00fcber eine riesige Br\u00fccke \u00fcber den Jiangtse Jang. Wir lassen dann die grossen St\u00e4dte hinter uns und kommen in h\u00fcgeliges, man kann sogar sagen bergiges Gebiet. Hier scheint sogar die Sonne und das Laub der B\u00e4ume ist auch herbstlich gef\u00e4rbt. Nun geht die Fahrt rasant durch lange Tunnels und hohe Br\u00fccken. An den Bergh\u00e4ngen wird Tee angebaut, es hat viele Zitrusfruchtb\u00e4ume und grosse Bambusw\u00e4lder. Leider h\u00e4lt das sch\u00f6ne Wetter nur bis wir wieder auf der grossen Ebene von Wuhan sind. Dort sind wir wieder im Nebel und es f\u00e4ngt sogar an zu regnen.<br \/>\n<div id=\"attachment_1522\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-006-DSC086801137035281.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1522\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-006-DSC086801137035281.jpg\" alt=\"Alles Br\u00fccken damit die Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge ohne Kreuzungen verkehren k\u00f6nnen\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"size-full wp-image-1522\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-006-DSC086801137035281.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-006-DSC086801137035281-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-006-DSC086801137035281-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1522\" class=\"wp-caption-text\">Alles Br\u00fccken damit die Hochgeschwindigkeitsz\u00fcge ohne Kreuzungen verkehren k\u00f6nnen<\/p><\/div><br \/>\n<div id=\"attachment_1523\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-007-DSC08685779466262.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1523\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-007-DSC08685779466262.jpg\" alt=\"Auch die Bahnh\u00f6fe unterwegs sind gigantisch\" width=\"1018\" height=\"572\" class=\"size-full wp-image-1523\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-007-DSC08685779466262.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-007-DSC08685779466262-300x169.jpg 300w, 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uns etwa auf der H\u00f6he des Drei-Schluchten-Staudammes und denken nichts b\u00f6ses, als unser Zug an einem winzigen Bahnhof in den Bergen anh\u00e4lt. Auch das wir neben einem anderen Hochgeschwindigkeitszug befinden scheint normal zu sein, denn unsere Mitreisenden verhalten sich ganz normal. Alle 10 &#8211; 15 Minuten rauscht ein Hochgeschwindigkeitszug aus der Gegenrichtung an uns vorbei und jedes Mal denken wir &#8211; ok auf den haben wir nun gewartet. Aber als wir uns fast eine Stunde nicht weiterbewegt haben fangen wir uns doch langsam an zu fragen was hier genau vor sich geht. Zum Gl\u00fcck hat Rico Kontakt zu einem ca. 25 j\u00e4hrigen Chinesen aufgenommen. Zuerst haben sie zusammen Trickfilme auf dem Smartphone des Chinesen geschaut &#8211; auf Englisch. Sp\u00e4ter haben sie zusammen auf dem iPad diverse Spiele gespielt und sich dabei pr\u00e4chtig unterhalten obwohl sie keine gemeinsame Sprache haben. Wir versuchen ihn zu fragen was mit unserem Zug los ist. Da er nicht Englisch spricht sagt er etwas zu einem anderen chinesischen Mitreisenden, der anscheinend Englisch spricht und dieser teilt uns mit, dass in unserer Richtung die Fahrleitung defekt ist und das es darum bis auf weiteres nicht weiter geht. Und so kommt es, dass wir die n\u00e4chsten drei Stunden an derselben Stelle stehen und hoffen, dass der Schaden bald behoben ist.<br \/>\n<\/p>\n<p>Es ist erstaunlich wie ruhig die Reisenden diesen Unterbruch nehmen. Sie h\u00f6ckeln einfach in ihren Sitzen und warten was passiert, resp. spielen oder telefonieren weiter auf ihren Smartphones. Zwischendurch stehen sie auf laufen durch den Wagen und reden mit anderen Mitreisenden. Ausserdem bieten sie sich gegenseitig immer wieder irgend welche Esswaren oder S\u00fcssigkeiten an. Auch wenn die Zugbegleiter durch den Wagen laufen gibt es keine lauten Worte und keine Diskussionen, man f\u00fcgt sich einfach in sein Schicksal und sucht sich eine bequeme Sitzposition.<br \/>\nAls wir gegen 20:00 endlich weiterfahren werden im ganzen Zug Cup Noodles als Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Versp\u00e4tung von den Zugbegleitern verteilt und diese werden mit grosser Freude entgegengenommen.<\/p>\n<p>Unsere Fahrtunterbrechung hat doch Auswirkungen auf unsere Mitreisenden, denn nach dem Unterbruch erscheint es uns, dass die Chinesen noch viel mehr miteinander plaudern. Um uns herum bilden sich immer wieder andere Gruppen, die zum Teil lange, intensive Gespr\u00e4che miteinander f\u00fchren &#8211; und das alles in einer total friedlichen Art und Weise. Auch wenn ich durch den Zug laufe, h\u00f6re ich niergends laute oder aufgeregte Worte. Die meisten Reisenden haben es sich einfach irgendwo gem\u00fctlich gemacht. Bei einer Familie hat sich der Vater mit der Tochter kurzerhand auf den Boden zwischen den Sitzen gelegt und ist dort am &#8220;pf\u00fcselen&#8221; w\u00e4hrend es sich seine Frau auf den drei Sitzen liegend bequem gemacht hat.<\/p>\n<p>Zwischen Chonquin und Chengdu halten wir im Gegensatz zum bisherigen Fahrverlauf \u00fcberhaupt nicht mehr an und erreichen Chengdu kurz nach 01:30, also mit etwas mehr als 4 Stunden Versp\u00e4tung. Der auch hier riesige Bahnhof wirkt richtig gespenstisch. Er ist bis auf unseren Zug v\u00f6llig leer. So liegen die dutzenden von Perrons menschenleer im schwachen Licht einzelner noch brennender Lampen. Mit einem unserer Sitznachbaren aus dem Zug laufen wir auf der Suche nach einem Taxi zuerst in die falsche Richtung, drehen dann wieder um und laufen nun gegen den Menschenstrom, der sich aus unserem Zug ergiest, zur\u00fcck zu den ebenfalls riesigen Taxiplattformen &#8211; und unsere beiden, v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdeten Kleinen machen alles ohne Murren mit! Auf diesem Irrweg durch den Bahnhof werden wir diverse Male von Leuten angesprochen, die uns ein Taxi anbieten. Aber unsere chinesische Begleitung sch\u00fcttelt nur den Kopf und meint in seinem gebrochenen Englisch, dass es sich hier nicht um gute Menschen handelt, l\u00e4sst alle links liegen, l\u00e4uft zielstrebig den Taxi-Wegweisern nach und wir brav hinterher. Es erstaunt uns sehr, dass wir um diese Zeit \u00fcberhaupt noch Taxis vorfinden, denn eigentlich f\u00e4hrt kein Zug mehr von diesem Bahnhof. Aber in der grossen, dunklen und vor allem nach Abgasen stinkenden Halle stehen ein paar dutzend alte, gr\u00fcn-gelbe Taxis parat und wir sind froh in eines davon einsteigen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nun geht es mit dem altersschwachen Taxi und seinem kleinen chinesischen Fahrer kreuz und quer durch das n\u00e4chtliche Chengdu. Die dicken Eisenstangen welche den vorderen Sitzbereich vom hinteren abtrennen sowie die vielen, schwerbewaffneten Polizeikontrollen auf den Strassen heben unser Sicherheitsgef\u00fchl nicht wesentlich. Die Dunkelheit und die nassen Strassen runden dieses etwas depressives Bild ab und so kann man sagen, dass wir uns bei unserer Ankunft noch nicht so richtig wohl f\u00fchlen in Chengdu.<br \/>\nAuf MapsMe verfolgen wir unsere Zick-Zack-Fahrt. Es ist erstaunlich wie der Fahrer auf den ersten Blick v\u00f6llig ziellos herumf\u00e4hrt, er es aber schafft einen direkten Weg zu unserem Ziel, dem Holly&#8217;s Hostel, zu finden. Erst kurz bevor wir das Hotel erreichen bittet der Fahrer mich ihm mein Natel zu zeigen, damit er sieht wo genau sich unser Hostel befindet. Leider ist auch auf die moderne Technik nicht immer Verlass und so m\u00fcssen wir zweimal auf einer grossen Strasse eine 180 Grad Kehr machen und hin und herfahren, denn das Hostel ist in unserer App leider etwas falsch eingezeichnet.<br \/>\nEndlich fahren wir durch das grosse tibetische Tor in eine kleine Quartierstrasse wo sich das Holly&#8217;s Hostel &#8211; welches uns von Freunden w\u00e4rmstens empfohlen wurde &#8211; befindet. Genau vor dem Eingang des Hostels steht ein Lastwagen mit viel Bauabfall. Dies und der Umstand, dass diverse Arbeiter um diese Zeit (02:30 AM) dran sind weiteren Bauschutt aus dem Hostel zu tragen erstaunt uns ein wenig. An der Reception angekommen, entschuldigt man sich bei uns als erstes und meint, dass wir nur zwei N\u00e4chte hier sein k\u00f6nnten, sagt uns aber nicht warum. Uns ist alles egal, denn wir sind seit \u00fcber 22 h auf den Beinen und einfach todm\u00fcde und wollen einfach nur noch ins Bett. Darum bezahlen wir f\u00fcr eine Nacht und gehen in unser grosses, geschmackvoll eingerichtetes, tibetische Zimmer und fallen in die beiden Betten.<\/p>\n<p>Es muss Baul\u00e4rm sein, der unser Aufstehen gegen 10:30 musikalisch begleitet. Ist uns egal wir haben Hunger. Darum machen wir uns auf den Wegherauszufinden wo sich das Restaurant des Hostels befindet und freuen uns schon auf ein richtiges Traveller-Fr\u00fchst\u00fcck mit Speck, R\u00fchrei und Bananen-Pancakes. Auf unserem Weg treffen wir schon wieder auf Bauarbeiter, die uns mit Sands\u00e4cken oder Abbruchwerkzeugen entgegen kommen. Liegen auf unserem Stockwerk nur Matrazen aufeinander gestappelt im Gang, so sieht es dort wo sich das Restaurant befinden sollte ganz anders aus, denn das Restaurant ist bereits komplett abgebrochen, von der K\u00fcche sieht man nur noch die W\u00e4nde und ein Teil des Hostels kann nur noch als Baustelle bezeichnet werden. Auf unserem R\u00fcckweg ins Zimmer stellen wir fest, dass bereits in unserem Nachbarzimmer alles herausgerissen wurde. \u00dcberhaupt scheint es, dass wir die einzigen G\u00e4ste im ganzen Hostel sind.<br \/>\nSchnell haben wir alle unsere Sachen gepackt und stehen unten an der Reception. Dort entschuldigt man sich und versichert uns, dass sie uns bei der Suche nach einer neuen Bleibe helfen. Auf unsere Frage wieso man uns diese nicht in dem letzten Mail vor einer Woche mitgeteilt habe, dass das Hostel umgebaut wird antwortet man uns, dass man es erst seit 2 Tagen wisse, dass das Hostel umgebaut wird und darum habe man uns nicht rechtzeitig informieren k\u00f6nnen&#8230;.;-)<br \/>\n<div id=\"attachment_1530\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-017-DSC08748-1504768864.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1530\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-017-DSC08748-1504768864.jpg\" alt=\"Matrazen auf den G\u00e4ngen\" width=\"1018\" height=\"572\" class=\"size-full wp-image-1530\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-017-DSC08748-1504768864.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-017-DSC08748-1504768864-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-017-DSC08748-1504768864-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1530\" class=\"wp-caption-text\">Matrazen auf den G\u00e4ngen<\/p><\/div><br \/>\n<div id=\"attachment_1531\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-015-DSC087431961349530.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1531\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-015-DSC087431961349530.jpg\" alt=\"Erster Bauschutt auf dem Weg zum Restaurant\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"size-full wp-image-1531\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-015-DSC087431961349530.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-015-DSC087431961349530-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-015-DSC087431961349530-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1531\" class=\"wp-caption-text\">Erster Bauschutt auf dem Weg zum Restaurant<\/p><\/div><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-016-DSC08747-408230407.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-016-DSC08747-408230407.jpg\" alt=\"tmp_7753-016-DSC08747-408230407\" width=\"1018\" height=\"572\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1532\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-016-DSC08747-408230407.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-016-DSC08747-408230407-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-016-DSC08747-408230407-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<div id=\"attachment_1533\" style=\"width: 1028px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-018-DSC08744805294650.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1533\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-018-DSC08744805294650.jpg\" alt=\"Es gibt definitiv gem\u00fctlichere Pl\u00e4tze f\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"size-full wp-image-1533\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-018-DSC08744805294650.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-018-DSC08744805294650-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-018-DSC08744805294650-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1533\" class=\"wp-caption-text\">Es gibt definitiv gem\u00fctlichere Pl\u00e4tze f\u00fcr ein Fr\u00fchst\u00fcck<\/p><\/div><\/p>\n<p>Mit einem Privatauto mit Chauffeur im Anzug werden wir auf Kosten des Holly&#8217;s Hostels zu einem knapp 5 km entfernten Hostel gefahren. Diese Fahrt dauert fast 45 Minuten. \u00dcberalll stehen wir im Stau. Und wenn wir nicht im Stau sind, dann bekommen wir den Irrsinn des chinesischen Fahrstiles nun in der vordersten Reihe sitzend mit. Mit unserer schicken, schwarz gl\u00e4nzenden Limusine mit fast schwarz get\u00f6nten Scheiben bahnen wir unseren Weg durch Chengdu. Immer wieder stehen wir zu zweit an Orten an welchen gem\u00e4ss den physikalischen Grundgesetzen eigentlich nur ein Fahrzeug platz hat. Und das es sich beim zweiten Fahrzeug oft um ein viel gr\u00f6sseres handelt und sich dieses meist nur ein paar Zentimeter neben uns befindet hebt unsere Moral auch nicht besonders. Aber irgendwann sind wir am Ziel und wir k\u00f6nnen erleichtert aussteigen.<\/p>\n<p>Unser neue Unterkunft das Lazy Hostel ist eigentlich ein Teehouse mit Guesthouse. Der kleine, ruhige Innenhof und die geschmackvollen Abteile in denen man Tee trinken kann erinnern uns stark an Japan. Unser Zimmer ist riesig, hat zwei Doppelbetten und eine Glasfront, welche sich \u00fcber 75% der W\u00e4nde hinzieht. Hinter dieser Glasfront, nur etwa 5 Meter entfernt ziehen sich bereits die n\u00e4chsten chinesischen Wohnbl\u00f6cke mit den kleinen, vergitterten Balkone in die H\u00f6he und so k\u00f6nnen wir aktiv am Leben der hiesigen Bev\u00f6lkerung teilnehmen &#8211; und vice versa &#8211; wir f\u00fchlen uns sofort wohl hier.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-019-DSC0963473390318.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-019-DSC0963473390318.jpg\" alt=\"tmp_7753-019-DSC0963473390318\" width=\"1018\" height=\"557\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1534\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-019-DSC0963473390318.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-019-DSC0963473390318-300x164.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-019-DSC0963473390318-600x328.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-020-DSC08797-445680000.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-020-DSC08797-445680000.jpg\" alt=\"tmp_7753-020-DSC08797-445680000\" width=\"1018\" height=\"573\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1535\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-020-DSC08797-445680000.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-020-DSC08797-445680000-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-020-DSC08797-445680000-600x338.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-021-DSC08770-41945886.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch:443\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-021-DSC08770-41945886.jpg\" alt=\"tmp_7753-021-DSC08770-41945886\" width=\"1018\" height=\"572\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1536\" srcset=\"https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-021-DSC08770-41945886.jpg 1018w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-021-DSC08770-41945886-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mostly-harmless.ch\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/tmp_7753-021-DSC08770-41945886-600x337.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1018px) 100vw, 1018px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser heutiges Ziel: 2&#8217;078km mit dem Zug zur\u00fcckzulegen. 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